Thor Kunkel, Berlin, 2018 Foto: Commissioned

Geboren:

Am 2. September 1963 in Frankfurt am Main (West-Deutschland) als Sohn des Maschinenbau-Ingenieurs Udo A. F. Kunkel und seiner aus Magdeburg stammenden Ehefrau und veterinärmedizinischen Assistentin Gudrun, geborene Hartwig. Aufgewachsen in der Friedrich-Ebert-Siedlung (vom Volksmund „May-Löcher“ genannt) in einem der am frühsten kulturbereicherten Viertel der Stadt (dem „Kamerun“, heute Gallus-Viertel). Väterlicherseits: Großvater Richard Kunkel, Musiker, ab 1934 Dirigent des Herchenröder Quartetts, Urgroßvater Albert Verchau (stammte von eingewanderten Hugenotten ab) leitete seit 1922 gemeinsam mit dem österreichisch-deutschen Kunstprofessor Franz Karl Delavilla die Lithografenklasse der Städelschule (an der TK später studierte). Mütterlicherseits: Unternehmer, darunter ein polnischer Wodka-Fabrikant mit dem Namen Roman Bialkowski, der in einer Winternacht in der Gegend von Buckau auf der Schwelle seiner Haustür erfror.

Studierte:

Bildende Kunst an der Staatlichen Hochschule (Städel, siehe oben), Frankfurt am Main, unter der Ägide des Popkünstlers Thomas Bayrle. Zeitweise auch am San Francisco Art Institute, wo er einen Kurs in Creative Writing absolvierte und die Entscheidung traf von nun an zu schreiben.

Wichtig:

Die meisten Filme von Stanley Kubrick, Rainer Werner Fassbinder, Passolini, Martin Scorsese, Kurosawa, Buñuel.

Noch wichtiger:

Die Philosophie des Kybernetikers Norbert Wiener.

Das Jahr, in dem seine Bücher verschwanden:

Der Skandal um Endstufe –: Hier berührten Thema und Inhalt einer Fiktion offenbar die in Deutschland akzeptierten Grundlagen politisch korrekten Denkens an neuralgischen Punkten . (siehe auch: Zum Abschuss freigegeben. Ein Medientagebuch, 2020). Versteht sich seitdem als „displaced person“ in intellektueller und geografischer Hinsicht.

Verflossene Wohnorte, an denen seine Schreibtische standen:

London (GB), San Francisco (USA), Amsterdam (NL), El Paso (E), Berlin (D), Hamburg (D) und Bern (CH).

Hört noch immer beim Schreiben (aber nie in dieser Reihenfolge):

Angus and Julia Stone, Händel, Telemann, Sibelius, Satie, Courtney Love, Nirwana, The Prodigy, Dead Can Dance, Vaughan Williams, Chopin (ausschließlich die Walzer und Nocturnes), Kurt Vile, The War On Drugs, Suicide, Jon Leifs, Sir Arnold Baxter, Strauss (ausschließlich Vier letzte Lieder), Velvet Underground, Maureen Tucker, Fine Young Cannibals und – David Bowie.

Literarische Koordinaten:

für die Tapferkeit vor dem Freund, /
für den Verrat unwürdiger Geheimnisse /
und die Nichtachtung /
jeglichen Befehls. (Ingeborg Bachmann)

Bibliografie